Fate Fans sind was tolles. So auch Hell van Sing. Der Gute ist, was man ihm nicht verübeln kann, recht angetan von unserer Abenteuerwelt Eagle Eyes und hat uns allen kurzerhand ein paar Beispielcharaktere zur Verfügung gestellt. Eagle Eyes - Beispielcharaktere Eagle Eyes ist ein Setting, welches recht weit ab von dem liegt, was man no...

Die römische Republik steuert auf ihren Untergang zu. Ihre Ideale werden in dunklen Tabernae verschachert wie billige Sklaven und korrupte Beamte bereichern sich an ihrer Größe. Doch noch gibt es eine Handvoll Unbeugsamer, welche die Republik nicht aufgegeben haben. Die Fate-Abenteuerwelt Eagle Eyes erzählt von diesem Kampf. Eagle Eyes setzt das Genre der Noir-Detektivgeschichten in die Zeit d...

Band Eagle Eyes – In den Schatten Roms finden sich zwar ein paar Leseempfehlungen, aber natürlich gibt es noch viel mehr zu diesem Thema, das einen Blick lohnt. Es folgt eine kurze Ergänzung unsererseits zu dieser Liste. Ein guter Teil dieser Vorschläge ist sehr humorvoll, aber da lediglich Hintergrundwissen und Ideen dadurch vermittelt werden sollen, sehen wir darin keinen Widerspruch zum sehr ernsten Grundthema von Eagle Eyes – In den Schatten Roms.

 

Die Asterix-Comics

Eine Vorstellung sollte sich hier erübrigen. Die Comics bieten zwar nicht das Noir-Flair, doch als Visualisierung für die damalige Zeit eignen sie sich dafür umso mehr. Denn die beiden Großmeister der Bildkunst hatten ein unglaubliches Auge fürs Detail. Dazu weiter unten gleich noch mehr. Für Eagle Eyes – In den Schatten Roms dürften vor allem Bände interessant sein, die direkt in Rom spielen. Darunter Asterix als Gladiator, Die Lorbeeren des Cäsar und Das Geschenk Cäsars.

 

Asterix: Die ganze Wahrheit & Asterix entdeckt die Welt

René van Royen und Sunnyva van der Vegt zeigen in diesen beiden Büchern, wie akkurat Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo an vielen Stellen die damalige Zeit wiedergegeben haben. Die Asterix-Comics sind angefüllt mit geschichtlichen Fakten. Die Bücher zeigen auf sehr anschauliche Weise, welche Hintergründe und Bezüge sich in den Panels und Wortblasen verstecken. Wer möchte, kann auf Google Books einen ersten Blick in Asterix: Die ganze Wahrheit und Asterix entdeckt die Welt werfen.

 

Asterix und seine Zeit: Die große Welt des kleinen Galliers

Die beiden zuvor genannten Bücher dürften den Herausgeber Kai Brodersen zu diesem Buch inspiriert haben. Ein Dutzend Altertumswissenschaftler haben lesenswerte Essays beigesteuert, die alle die Asterix-Comics für einen Brückenschlag zur realen Antike verwenden. Zudem gibt Gudrun Penndorf als langjährige Übersetzerin u.a. von Asterix Einblicke in ihre Arbeit. Auch Asterix und seine Zeit: Die große Welt des kleinen Galliers ist auf Google Books zu finden

 

Horrible Histories: Rotten Romans & Cut-throat Celts

Wir bleiben im humorvollen Segment. Horrible Histories ist eine britische Bücherreihe, die Bände zu verschiedenen geschichtlichen Epochen und Themen bietet, die sowohl mit interessantem Wissen als auch wunderbar schwarzem britischem Humor gefüllt sind. Die BBC produzierte eine gleichnamige TV-Show, die ebenfalls äußerst sehenswert ist. Für Eagle Eyes – In den Schatten Roms sind vor allem die Unterkategorien „Rotten Romans“ und „Cut-throat Celts“ interessant.

 

Film Noir

Das im Taschen-Verlag erschiene Buch Film Noir hat nichts mit dem antiken Rom zu tun. Wer aber etwas tiefer in das Thema Film Noir eintauchen möchte, das ebenso zu Eagle Eyes – In den Schatten Roms gehört wie die Antike, dem sei dieser Band ans Herz gelegt. Die vielen Bilder vermitteln ein sehr gutes Gefühl für die Filme der schwarzen Serie. Zudem gehen die Autoren Alain Silver und James Ursini auf die wichtigsten Bereiche ein, die dieses Genre ausmachen und geben eine Vorstellung davon, was den Film Noir ausmacht.

 

Geschichtsforum.de

Nachdem wir so viele Bücher besprochen haben, hier dafür eine Anlaufstelle im Internet. Dieses Forum für Geschichtsinteressierte bietet unter anderem ein Unterforum zum Römischen Reich, dass bereits viel Interessantes enthält und es ermöglicht, eigene Fragen zu stellen.

http://www.geschichtsforum.de/

 

Imperium Romanum

Das Wiki des Forenrollenspiels Imperium Romanum, dass sich das alte Rom als Setting ausgewählt hat. Wer möglichst akkurate Geschichtshintergründe möchte, sollte die gefundenen Informationen lieber durch 1 oder 2 weitere Quellen überprüfen, da ich nicht weiß, in wie weit sie sich mit der Fiktion des Forenrollenspiels vermischt haben. Wer es aber nicht so genau nimmt, der findet einen enormen Vorrat an Ideen und Informationen, mit denen sich die Welt noch lebendiger gestalten lässt.

http://www.imperium-romanum.info/wiki/index.php?title=Hauptseite

 

Forum Traiani

Eine weitere Seite mit vielen Artikeln über das Antike Rom

http://www.forumtraiani.de/

 

Abschließende Worte

Das war unsere Artikelreihe zur Fate-Abenteuerwelt Eagle Eyes – In den Schatten Roms. Wir hoffen, wir konnten euch im Laufe dieser Reihe für dieses wirklich sehr interessante Setting begeistern und euch darüber hinaus interessante Ansätze, Ideen und Wissenswertes mit auf den Weg geben.

 

Wir bedanken uns fürs Lesen und wünschen viele spannende Abenteuer in den Schatten Roms.

Der Beitrag Eagle Eyes #20: Literaturempfehlungen erschien zuerst auf FateRpg.de.

Alex hat euch in diesem Artikel noch mehr Petitio Videtur für Eagle Eyes kredenzt. Das ganze gibt es nun auch als Download.

 

Eagle Eyes Noch mehr Petitio Videtur
Eagle Eyes Noch mehr Petitio Videtur

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Der Beitrag Eagle Eyes #19: Noch mehr Petitio Videtur als Download erschien zuerst auf FateRpg.de.

Ich möchte in den nächsten Wochen mal alphabetisch unsere gemeinsame Rollenspielsammlung durchgehen und zu jedem Spiel bzw. zu jedem Setting kurz über eine Idee oder eine Kampagne sprechen, die ich gerne mit dem entsprechenden Spiel erleben würde, entweder als Spieler oder als Spielleiter. Ich habe hier eine Liste mit 68 Titeln drauf, wir werden also eine Weile mit diesen Artikeln beschäftigt...

Das Leben eines Adlers birgt viele Gefahren, und ihre Aufgabe erfordert sowohl eine bedingungslose Hingabe an die Sache als auch ein enormes Durchhaltevermögen. Damit den Adlern auf halbem Weg nicht doch noch die Luft ausgeht, erhalten sie in Eagle Eyes – In den Schatten Roms ein Ziel, auf das sie mit jeder erfolgreichen Mission hinarbeiten. Ein Wunsch, der unerfüllbar schien, bis sie ihren Dienst für Personen angetreten haben, die über enormen Einfluss und Geldmittel verfügen. Dieser Wunsch, den sich die Adler erarbeiten, heißt Petitio Videtur.

Im Folgenden wollen wir Euch Ideen für solche Wünsche vorstellen. Wer möchte, kann hier auch das Schicksal befragen und frei nach aleae iactae sunt verfahren. Werft dazu 4 Fate-Würfel. Für jedes geworfene + geht ihr in der Tabelle einen Schritt nach rechts und für jedes einen nach unten. Habt ihr also +0 gewürfelt landet ihr bei 11. Klingende Sesterzen.

 

0 + ++ +++ ++++
0 1.

Land in Gallien

2.

Gesichertes Auskommen für einen anderen

3.

Ausbildung bei einem hochangesehen (Lehr-)Meister

4.
Einen im Exil Lebenden begnadigen
5.
Begnadigung eines zum Tode Verurteilten
6.

Heirat in eine einflussreiche Familie

7.

Aufstieg im Stand

8.

Einen seltenen Gegenstand beschaffen

9.
Ein Handelsschiff samt Mannschaft
 
10.
Exklusive Handelsrechte
11.

Klingende Sesterzen

12.
Vertuschen einer unliebsamen Sache
   
13.

Aggressive Positionierung

14.

Einen Urteilsspruch festlegen

     
15.

Todesgesuch

       
  1. Land in Gallien: Der Charakter erhält nach Abschluss seiner Dienstzeit ein Stück Land in einer Provinz des römischen Reiches. Gallien ist hierbei natürlich nur ein Vorschlag, es kann auch eine andere Provinz gewählt werden. Diese Petitio Videtur ähnelt sehr stark dem, was ein Legionär nach seiner Dienstzeit erhalten könnte, jedoch fiele in diesem Fall der Dienst eines Adlers kürzer oder das Stück Land wertvoller aus. Eine solche Petition Videtur könnte die Sehnsucht nach Ruhe zeigen oder die Hoffnung, alles hinter sich zu lassen. Vielleicht macht sich der Charakter auch nur etwas vor und wenn er sein Stückchen Land erhält, findet er dort nicht die Ruhe, die er sucht.
  2. Gesichertes Auskommen für einen anderen: Vielleicht besitzt der Charakter bereits alles, was er sich für sein Leben wünscht, oder aber eine andere Person ist ihm wichtiger als sein eigenes Auskommen. Vielleicht möchte er einem geliebten Menschen auf diese Weise ein besseres Leben ermöglichen. Ganz gleich was es ist, die Motivation für den Dienst eines Charakters hängt sehr stark von einer anderen Person ab. Es ist zu hoffen, dass diese auch das ist, wofür der Charakter sie hält. Und was wäre, wenn diese Person ins Fadenkreuz von Feinden des Charakters gerät? Diese Person sollte in jedem Fall in Grundzügen ausgearbeitet werden und könnte dann an passender Stelle gut in die Geschichte eingebunden werden.
  3. Ausbildung bei einem hochangesehen (Lehr-)Meister: Ein Adler, der diese Petitio Videtur wählt, scheint sich einem bestimmten Ziel verschrieben zu haben. Interessant ist hierbei natürlich, welche Art von Lehre er eingehen möchte. Will er von einem berühmten Philosophen oder Gelehrten lernen oder ist es ein bestimmtes Handwerk, das er erlernen möchte? Wirkt sich dieses Ziel vielleicht auch grundsätzlich auf den Charakter aus? Folgt er einer bestimmten Geisteshaltung oder sieht er ein bestimmtes Verhalten als besonders erstrebenswert an?
  4. Einen im Exil Lebenden begnadigen: Diese Petitio Videtur soll einer dem Charakter nahestehenden Person die Rückkehr nach Rom ermöglichen, nachdem diese verstoßen wurde. Hierbei ist ebenfalls wieder der Hintergrund dieser Person interessant, für die der Charakter bereit ist, den Dienst als Adler zu bestreiten. Welcher Tat hat sie begangen (oder soll sie begangen haben)? Soll sie möglichst bald zurückkehren können? Wo ist sie derzeit und ist sie dort vielleicht in Gefahr? Ist die Person von ihrer Tat nach ihrer Rückkehr nicht weiter betroffen oder stellt sie ein Problem dar? Wird die Person vielleicht wieder dasselbe tun, weswegen sie ins Exil verbannt wurde? Warum fühlt sich der Charakter zu dieser Hilfe verpflichtet? Hier lassen sich wiederum interessante Ansätze für Geschichten oder Dilemma für den Adler ableiten.
  5. Begnadigung eines zum Tode Verurteilten: Diese Petitio Videtur ist der vorherigen sehr ähnlich, doch scheint die Tat der Person, um die es sich hier dreht, noch schwerer zu wiegen. Die in Punkt 4 genannten Fragen lassen sich hier aber fast alle ebenfalls stellen, um dem Ganzen mehr Tiefe zu verleihen und um Möglichkeiten für ein interessantes Spiel zu ermöglichen.
  6. Heirat in eine einflussreiche Familie: Mit dieser Petitio Videtur zeigt der Adler eine sehr berechnende Seite. Es geht ihm hierbei nicht um Liebe oder nur um einen reinen Aufstieg im Stand. Er hat einen bestimmten Familienzweig im Auge, dem er ebenfalls angehören möchte. Was ist das Besondere an diesem Zweig? Ist es sein Ruf oder sein außergewöhnlicher Stand in der Gesellschaft? Sind es besondere geschäftliche oder familiäre Verbindungen, die diese Heirat hervorbringen würden? Geht es vielleicht sogar um Rache oder die Begleichung alter Rechnungen?
  7. Aufstieg im Stand: Der ehrgeizige Charakter ist mit seinem Stand oder Rang unzufrieden. Vielleicht steckt er wegen einer Verfehlung in der militärischen Rangfolge fest oder eine Beförderung war für jemanden wie ihn nicht vorgesehen. Vielleicht ist er ein Plebejer, der auf den Patrizierstand schielt oder ein Patrizier, der in den Senat möchte. Es wäre denkbar, dass sich dieser Charakter den Goldenen anschließt. Ein Ausländer, der Römischer Bürger werden möchte, könnte sich aber auch den Kupfernen zugehörig fühlen. Außerdem wäre es auch gut möglich, dass der Charakter nicht selber im Stand aufsteigen, sondern einer anderen Person diesen Aufstieg ermöglichen möchte.
  8. Einen seltenen Gegenstand beschaffen: Es muss nicht immer um Geld gehen. Vielleicht sehnt sich der Charakter nach einem ganz bestimmten Schriftstück, einer Reliquie oder einem anderen Gegenstand, der vielleicht einen hohen Geldwert, für den Charakter in jedem Fall aber einen enorm hohen ideellen Wert besitzt. Was ist das für ein Gegenstand und was ist für den Adler das Besondere daran? Vielleicht ergibt sich daraus ein eigenes Abenteuer, wenn die Sinistram es dem Adler erlauben, eine Hand anzuführen, um diesen Gegenstand zu beschaffen.
  9. Ein Schiff samt Mannschaft: Diesen Charakter zieht es nach seinem Dienst als Adler in die Welt hinaus. Vielleicht war es schon immer sein Traum, die weite Welt zu bereisen. Vielleicht hat er ein bestimmtes Ziel vor Augen. Oder er will nach seinem Dienst für die Sinistram alle Brücken hinter sich abbrechen und all das, was er als Adler tun wird, zurücklassen.
  10. Exklusive Handelsrechte: Der Charakter ist ein kühler Opportunist und weiß genau um den Wert einer bestimmten Ware und wo diese sich am besten verkaufen lässt. Er wird dieses exklusive Recht wahrscheinlich nicht in Rom selbst erhalten, jedoch lässt sich in den Provinzen ebenfalls gutes Geld mit den richtigen Angeboten machen. Ein Charakter mit dieser Petitio Videtur dürfte sich gut mit den Gesetzen und Regeln des Marktes auskennen.
  11. Klingende Sesterzen: Der Charakter erhält am Ende seiner Laufbahn einen großen Geldbetrag. Vielleicht weiß er selber noch nicht, was er nach seiner Zeit anstellen möchte, oder er ist sehr stark selbstbestimmt und möchte seine Zukunft nicht durch die Sinistram eingefädelt wissen. Oder er hat ein bestimmtes Ziel vor Augen, für das er das Geld einsetzen möchte. Für den Charakterhintergrund wäre es sehr interessant zu wissen, warum er sich nicht auf ein enger gefasstes Ziel festgelegt hat.
  12. Vertuschen einer unliebsamen Sache: Der Charakter hat ein dunkles Geheimnis, dass er um jeden Fall verschwinden lassen möchte und vielleicht wird er deshalb sogar schon erpresst. Zum Glück ist es eine der Hauptaufgaben der Adler, Beweise verschwinden zu lassen und Informationen zu fälschen. Vielleicht kann sogar die Hand, zu der der Adler gehört, mit dieser Aufgabe betraut werden. Was ist das für ein Geheimnis und in wie weit möchte der Charakter vielleicht nicht, dass seine Mit-Adler davon erfahren?
  13. Aggressive Positionierung: Diese Petitio Videtur weist darauf hin, dass der Charakter oder eine ihm nahestehende Person bereits ein mehr oder minder erfolgreiches Unternehmen führt. Der Adler möchte nun Konkurrenten aus dem Geschäft drängen und eben dieses Geschäft besserstellen. Was ist das für ein Geschäft und warum benötigt er eine Petito Videtur, um sein Ziel zu erreichen? Wer steht ihm im Weg? Besteht eine versteckte oder offene Feindschaft zu den Konkurrenten? Wie beeinflusst diese Verpflichtung seinen Dienst als Adler? Genauso wie bei Einen seltenen Gegenstand beschaffen könnte sich daraus ein eigenes Abenteuer ableiten.
  14. Einen Urteilsspruch festlegen: Diese Petitio Videtur muss wahrscheinlich sehr zeitnah erfüllt werden. Mehr zu diesem Punkt und welche Konsequenzen eine solche Bitte hat, findest du in Eagle Eyes – In den Schatten Roms, S. 20. Der Charakter beeinflusst hierbei über die Sinistram in einem bestimmten Fall die Rechtsprechung. Vielleicht ist eine dem Charakter nahestehende Person eines Verbrechens angeklagt und der Adler möchte eine schwere Strafe verhindern. Vielleicht aber ist es eine Person, bei der der Adler eine Verurteilung in jedem Fall sicherstellen möchte. Wie schwer diese Petitio Videtur wiegt, hängt sehr stark davon ab, wie der Urteilsspruch ohne das Eingreifen der Sinistram ausgesehen hätte. Wäre eine Verurteilung von Haus aus unwahrscheinlich gewesen und der Charakter wollte nur auf Nummer Sicher gehen, dann ist das ein eher kleines Bittgesuch. Wäre der Angeklagte aber mit ziemlicher Sicherheit eines schweren Verbrechens überführt worden oder soll eine solche Verurteilung arrangiert werden, dann kann das zu einem besonders schweren Dienst als Adler führen.
  15. Todesgesuch: Auf diese Petitio Videtur wird in Eagle Eyes – In den Schatten Roms auf S. 21 bereits eingegangen. Der Charakter will den Tod einer bestimmten Person. Bei diesem Bittgesuch sind die Hintergründe natürlich sehr interessant. Wer ist diese Person und warum will der Charakter ihren Tod? Geht es um Rache, Machtzuwachs, reines Kalkül oder pure Gefühle? Dieser Punkt verrät auch sehr viel über den Charakter des Adlers. Er kann auch direkt angespielt werden, indem die betreffende Person auf die eine oder andere Weise in der Geschichte in Erscheinung tritt.

 

Petitio Videtur im Spiel

Auf den ersten Blick scheint es fast, dass eine Petitio Videtur kaum Einfluss auf das laufende Spiel haben könnte. Schließlich wird sie bei den meisten Charakteren erst interessant, wenn das Ende ihrer Laufbahn gekommen ist. Die Petitio Videtur kann aber bei weitem mehr über den Charakter aussagen, als nur was ihn im Ruhestand erwartet. Sie zeigt zudem sehr gut, wofür diese Person zu kämpfen bereit ist oder welche Prioritäten sie im Leben setzt und wo ggf. besonders wirksame Ansatzpunkte sind, um sie auch im normalen Spiel zu etwas zu bewegen.

Das beginnt bei „Klingende Sesterzen“, einer Petitio Videtur die zeigt, dass materielle Güter und allen voran Geld für den Charakter sehr wichtig sind. Was, wenn er in einem Abenteuer die Möglichkeit erhält, eine große Summe Geld sein eigen nennen zu können? Was, wenn eine Zielperson versucht, ihn zu bestechen? Kann er dazu wirklich so einfach nein sagen?

„Aufstieg im Stand“ zeigt, dass der Charakter einen besonderen Ehrgeiz an den Tag legt. Er ist mit seiner derzeitigen Position im Leben nicht zufrieden. Er will höher hinaus. Was, wenn er von oben herab behandelt wird? Was, wenn man ihn umschmeichelt und ihm das Gefühl gibt, angesehen und begehrt zu sein? Bleibt die Disziplin gewahrt oder wird er vielleicht leichtsinnig?

„Gesichertes Auskommen für einen anderen“ zeigt, dass es jemanden gibt, der dem Charakter besonders wichtig ist. Was, wenn diese Person in Gefahr gerät oder dringend Hilfe benötigt, doch der Charakter sich zu dieser Zeit auf seinen nächsten Auftrag vorbereiten müsste?

 

Petitio Videtur als Aufhänger für Abenteuer

In der einen oder anderen oben beschriebenen Petitio Veditur wurde bereits die Idee genannt, daraus ein Abenteuer zu machen. Die Erfüllung vieler dieser Wünsche ist letztlich nur möglich, wenn Adler diese vorbereiten. Warum also nicht die Spielercharaktere? Das kann eine Petitio Videtur von einem der SC sein oder aber das Erfüllen der Bitte eines anderen Adlers, den sie im Idealfall bereits kennengelernt haben. Letzteres bietet wieder einige interessante Möglichkeiten. Was, wenn dieser sich über viele Spielabende hinweg den Charakteren gegenüber herablassend verhalten hat und sie jetzt seinen glücklichen Ruhestand vorbereiten müssen? Bleiben sie professionell? Oder was passiert, wenn ein eigentlich gern gesehener Adler plötzlich dunkle Seiten offenbart? Nicht nur über die Spielercharaktere kann die jeweilige Petitio Videtur viel aussagen, auch die anderen NSC-Adler werden auf diese Weise gut charakterisiert.

Die Petitio Videtur bietet viele Möglichkeiten und wir hoffen, wir konnten euch auf diese Weise neue Ideen liefern, diesen Aspekt und Hintergrund zu nutzen. Damit kommen wir auch langsam zum Ende der Artikelreihe. Wir sehen uns noch ein letztes Mal im alten Rom und dann präsentieren wir euch noch ein paar Literatur- und Quellenempfehlungen.

Der Beitrag Eagle Eyes #18: Noch mehr Petitio Videtur erschien zuerst auf FateRpg.de.

Wir wurden oft gefragt, ob wir nicht auch den Charakterbogen aus dem Amerikanischen Original von Evil Hat bereit stellen können.
Können wir:

Eagle Eyes – Amerikanischer Charakterbogen

Download Eagle Eyes - Amerikanischer Charakterbogen

Der Amerikanische Originalbogen für Eagle Eyes – In den Schatten Roms

© Evil Hat Productions, LLC

EagleEyes-Charakterbogen-amerikanisch-A4.pdf 1.0
Sprachen: Deutsch
Anforderungen: PDF Reader
Kategorie: Fate Core, Turbo-Fate, Fate Accelerated
Datum: 7. Juni 2017

Der Beitrag Der Amerikanische Eagle Eyes Charakterbogen erschien zuerst auf FateRpg.de.

Im letzten Artikel ging es um Orakel und Weissagungen im Allgemeinen. Dieses Mal wollen wir etwas praktischere Beispiele aufzeigen, wie ihr dieses Thema mit in eure Spielsitzungen von Eagle Eyes – In den Schatten Roms bringen könnt.

 

Wahrsagen als Hintergrund-Fluff

Viele Römer waren abergläubisch und diese Eigenheit kann der Spielwelt einiges an Tiefe verleihen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn ein Spieler es als besonderen Charakteraspekt seines SC ansieht. Oder wenn die Spieler im Spiel damit in Berührung kommen. Ein Prophet könnte auf dem großen Platz von schlimmen Ereignissen fabulieren oder einen der Adler am Arm packen und mit weit aufgerissenen Augen „Zeus sieht dich und deine Sünden! Kehre ab von deinem Tun!“ flüstern.

 

Je nach dem, wohin sich die Spieler wenden, könnten sie anderen dieser Art über den Weg laufen oder sich mit ihnen auseinandersetzen müssen. Haben die Adler etwas mit einer größeren, offiziellen Senatsangelegenheit zu tun, könnte ihnen ein Augur einen Strich durch die Rechnung machen, weil durch dessen Götterbefragung die dringende Versammlung abgesagt werden soll. Oder sie bekommen es mit einem Pontifex zu tun, der in den nächsten Tagen auf Geheiß der Götter alle Gerichtstermine absagen lässt. Im Geheimen könnten es eine Sibylle sein, die im Zentrum eines Mysterienkults sitzt und deren Weissagungen die Adler zum Handeln zwingt.

Gesprächspartner könnten sich durch ein Omen plötzlich umentscheiden. Im vorherigen Artikel wurden nur die großen Wahrsage-Methoden aufgelistet, doch selbst Kleinigkeiten wie ein Niesen, Stolpern oder ein Hahnenschrei konnten als kleine Zeichen der Götter interpretiert werden.

 

Vielleicht nehmen die Adler an einer Opferung Teil und hören die vorausgesagte Zukunft, welche die Eingeweide des Opfertiers offenbaren oder sie erleben eine Vogelschau, hören die Flötenspieler, die diese Zeremonie begleiten und mit ihrer Musik die Singvögel anlocken möchten. Was davon ist vielleicht auch ein Zeichen der Götter an die SC?

Oder aber eine Prophezeiung hat die Menge in Aufruhr versetzt. Eine Spannung liegt in der Luft, weil sich ein Magistrat über den Ratschluss der Götter hinweggesetzt hat und nun erwartet jeder, dass bald etwas Schlimmes passiert. Muss die Lage entschärft werden oder kann man sie ggf. für eigene Zwecke verwenden?

 

Das Ganze sollte aber natürlich nicht übertrieben werden. Lasst es ein Teil der Welt werden und rückt es immer wieder mal in den Fokus, gebt ihm aber nicht zu viel Raum im Alltag. Auch müssen die Symbole und Zeichen sowie die Prophezeiungen nicht ausformuliert sein. Wichtiger ist das grundsätzliche Urteil, dass die Götter dem Wahrsager zufolge gefällt haben, und das Gefühl, dass dadurch bei den Zuhörern hervorgerufen wurde.

 

Wahrsagen als Werkzeuge für die Spieler

Es gibt aber natürlich auch noch die Möglichkeit, dass die Adler (ähnlich wie viele Senatoren und andere Mächtige) diese Rituale und Entscheidungsfindungen geschickt nutzen, um damit das Schicksal zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Vielleicht ist euch beim Lesen schon die eine oder andere Idee durch den Kopf geschossen. Hier möchten wir ebenfalls ein paar weitere Ansätze liefern.

 

Bestechung

Bestechung ist natürlich immer eine gute Möglichkeit. Vielleicht haben die Adler herausgefunden, dass sich ihre Zielperson regelmäßig an eine bestimmte Person wendet, um sich den Urteilsschluss der Götter deuten zu lassen. Vielleicht lässt sich mit klingender Münze die Zielperson auf diese Weise gut steuern. Oder aber der Priester, Haruspex etc. ist nicht bestechlich und es muss vielleicht eine andere Überzeugungsform gefunden werden?

 

Eigene Träume erschaffen

Oder nehmen wir die Traumdeutung. Wenn eine Zielperson sich gerne dem Rausch hingibt und daraus Einsichten für die Zukunft erhofft, könnten sich die Adler nicht in dessen Kammer schleichen und ihm eine geeignete Version einflüstern oder vielleicht sogar ihn aus dem Schlaf reißen und ihm den Traum vorspielen? Dazu müsste man natürlich im Vorhinein wissen, welche Symbole der Traumdeuter wie auslegt und ggf. muss bei der Zielperson mit speziellen Rauschmitteln noch etwas nachgeholfen werden, damit er bei dem ganzen Theaterstück auch nicht zu vollem Bewusstsein kommt.

 

Das Schicksal in die eigenen Hände nehmen

Es gäbe auch die Möglichkeit, dass einer der Adler sich als Weissager ausgibt und das Schicksal in die eigenen Hände nimmt oder das die Adler anderweitig Zeichen fälschen müssen. Wie könnte man die Vogelschau zu den eigenen Gunsten präparieren? Oder ein Gewitter fälschen?

 

Wahrsagerei regeltechnisch abbilden

Nachdem wir bisher immer von einem narrativen Ansatz an das Thema herangegangen sind, sehen wir uns doch mal an, ob die Wahrsagerei sich nicht auch in den Regeln wiederspiegeln kann.

 

Mit Wahrsagen Aspekte erschaffen

Wir haben bereits davon gesprochen, dass viele Römer die göttlichen Botschaften äußerst ernst nahmen. In diesem Zusammenhang ist es natürlich nur logisch, dass sich diese auch gelegentlich als Aspekte im Spiel manifestieren können. Wem von den Göttern nahegelegt wird, er soll sein aktuelles Tun nicht fortführen, bei dem heißt es „Die Götter sind dagegen“. Wem Erfolg in Aussicht gestellt wurde, der fühlt sich, als hätte er „Die Götter im Rücken“.

 

Wahrsagen mit Hilfe der Fate-Karten

Eine weitere Möglichkeit wäre, dem ganzen Abenteuer einen Wahrsage-Aspekt zu verleihen, in dem ihr die Schicksalsgötter selbst befragt. Nehmt dazu den „Würfel“-Kartenstapel aus den Fate-Karten, mischt diesen und zieht eine Karte. Verwendet jetzt den Aspekt, der oben rechts steht und erschafft daraus eine kurze Vision. Das Ganze sollte nicht länger als ein oder zwei Minuten dauern.

 

Wurde zum Beispiel „Gerade noch davongekommen“ gezogen, dann könnte in der Vision von einem Reh die Rede sein, das von einem hungrigen Wolf angefallen wird, doch im letzten Moment kann es seinem Zugriff entkommen. Wer es etwas stärker einschränken möchte, könnte natürlich von einem Hasen und einem Adler sprechen, damit wären die Rollen der beiden Parteien in der Vision aber schon ziemlich festgelegt.

Wenn es das Abenteuer hergibt, kann diese Vision tatsächlich den Charakteren offenbart worden sein. Wenn sich z. B. einer der Charaktere sehr stark vom Willen der Götter abhängig macht und die Erkenntnisse mit seinen Kollegen teilt oder die Sinistram vielleicht sogar ein Orakel in ihren Reihen haben.
Der gezogene Aspekt wird zum festen Aspekt, der die Spielesitzung über gilt. Die Spieler sowie die SL können diesen dann einsetzen/reizen. Die Spieler in Situationen, bei denen ihnen diese Weissagung vermeintlich Mut zuspricht und die SL, wenn die Weissagung in den Charakteren Zweifel am Gelingen oder an der Richtigkeit ihres Tuns oder an der Herangehensweise aufwirft.

Im obigen Beispiel könnten die Charaktere natürlich glauben, dass sie das Reh symbolisieren und sie der brenzligen Situation, in der sie gerade stecken, doch noch im letzten Moment entkommen können oder die SL reizt den Aspekt, wenn die Charaktere zu direkt vorgehen. Wenn sie sich, wie der Wolf, direkt auf ihr Ziel stürzen, dann ist ihnen kein Erfolg beschieden. Sie sollten ihre Pläne lieber etwas verfeinern und überdenken.

Freie Einsätze für diese Aspekte

Wenn ihr dem Wahrsage-Aspekt noch mehr Gewicht verleihen wollt, dann könnt ihr freie Einsätze zulassen. Wurde eine positive Karte gezogen, kann der Aspekt von den Spielern einmal kostenfrei eingesetzt werden. Wurde die +4 gezogen, dann sogar zweimal. Das gleiche gilt für die SL, wenn eine negative Karte gezogen wurde. Bei einer 0 ist einfach nur der Szenenaspekt ohne freie Einsätze erschaffen worden.

 

Wahrsagen als Abenteueraufhänger

Natürlich gibt es aber auch noch die Möglichkeit, dass sich das Abenteuer um das Thema Wahrsagerei dreht. Zum Abschluss hier noch eine Idee dazu.

 

In Kassandras Namen

Kassandra war die wunderschöne Tochter des trojanischen Königs und dessen Frau. Apollon liebte sie und schenkte ihr eine enorme seherische Fähigkeit. Sie erwiderte diese Liebe jedoch nicht, worauf hin Apollon sie damit strafte, dass sie zwar weiterhin die Zukunft sehen konnte, unter anderem sagte sie den Fall Trojas voraus, doch niemand schenkte ihr Glauben.

Eine junge Seherin ist in Rom eingetroffen, die sehr exakte Aussagen über zukünftige Ereignisse preisgibt, die bisher alle in Erfüllung gegangen sind. Das wäre für die Adler noch nicht weiter schlimm, hätte sie vor kurzem nicht in aller Öffentlichkeit die nächsten Ziele der Adler vorausgesagt. Ist sie tatsächlich eine echte Seherin oder hat sie Einblicke, die eigentlich nur den Sinistram selbst gegeben sind? In jedem Fall wird der nächste Auftrag für die Adler deutlich schwerer, denn ihr nächstes Ziel hat aus Angst seine Vorsichtsmaßnahmen verstärkt.

 

Außerdem scheint es, dass selbst die Sinistram Respekt vor dieser Frau haben, weshalb sie eine direkte Herangehensweise ausschließen. Stattdessen soll sie den Weg der Kassandra gehen. Die SC werden damit beauftragt, die nächsten Voraussagen zu verhindern und die Gesellschaft dahingehend zu beeinflussen, dass man ihren Worten keinen Glauben mehr schenkt. Doch das ist leichter gesagt, als getan, wenn sich selbst das Schicksal gegen diesen Auftrag aufzulehnen scheint. Was, wenn es genau ihrer Taten bedarf, dass das Vorausgesagte eintritt? Damit würden sich die Sinistram aber nicht zufriedengeben.

 

Abschließende Worte

Das war doch wieder eine ganze Menge. Wir sehen uns beim nächsten Artikel. Dann schweben wir auch nicht mehr länger in den göttlichen Sphären, sondern bewegen uns wieder deutlich näher an euren Charakteren. Die Würfel kommen dann auch wieder zum Einsatz. Man liest sich.

Der Beitrag Eagle Eyes #18: Orakel und Weissagungen im Spiel erschien zuerst auf FateRpg.de.

„Wenn Krösus den Halys überschreitet, wird er ein großes Reich zerstören.“ Mit diesem berühmten Ausspruch des Orakels von Delphi zog der letzte König von Lydien siegessicher in den Krieg, doch am Ende war es sein eigenes Reich, das seinen Untergang fand. Ein schönes Beispiel für das Thema, dem wir uns heute widmen möchten: die Wahrsagerei. Diese wird im Settingband von Eagle Eyes – In den Schatten Roms nur kurz angerissen, spielte in der römischen Republik jedoch eine wichtige Rolle und kann in verschiedenen Bereichen gut eingebunden werden.

 

Wahrsagerei im alten Rom

Damals war man der festen Überzeugung, dass die Götter den Menschen über Zeichen ihre Zustimmung oder Ablehnung kundtaten. Aus diesem Grund wurden größere Entscheidungen sowohl auf politischer als auch privater Ebene nur getroffen, wenn vorher die Götter dazu befragt worden waren.

 

Die verschiedenen Wahrsager Roms

Betrachten wir uns erst einmal, wer damals diese besondere Gabe besaß. Schließlich gab es vor allem im staatlichen Bereich feste Rollen und Zuständigkeiten.

 

Die Auguren

Wenn es um die offizielle Wahrsagerei geht, standen die Auguren ganz oben auf der Liste. Sie waren spezielle Beamte, die mit Hilfe z. B. der Vogelschau prüften, ob ein geplantes Unternehmen das Wohlwollen der Götter genoss. Sie konnten sowohl vom römischen Senat als auch von Privatpersonen, allen voran den Familienoberhäuptern, befragt werden. Hauptsächlich aber wurden sie von einem Magistrat beauftragt, bevor politische Entscheidungen getroffen wurden. Dazu gehörte z. B. das Einsetzen eines neuen Magistrats, das Ausrufen von Kriegen und Feldzügen, die Einführung neuer Gesetze und dergleichen.

 

Der Augur führte dann eine auspicia (Vogelschau) durch, bei der am Ende entweder eine positive (nuntatio) oder negative Entscheidung (obnuntatio) verkündet wurde. Gab der Augur bekannt, dass die Götter das fragliche Ereignis ablehnten, dann wurde es mit großer Sicherheit abgebrochen. Der Magistrat konnte sich zwar dieser Entscheidung widersetzen, doch wurde ein solches Verhalten mit äußerstem Misstrauen betrachtet. Sollten sich sogar negative Konsequenz daraus ergeben, dann konnte dies schwere Strafen für den uneinsichtigen Magistraten nach sich ziehen. Dasselbe galt für den Auguren, wenn diesem eine falsche Interpretation nachgewiesen werden konnte.

 

Das Besondere an den Auguren war, dass sie nur deuteten, ob die Götter eine bestimmte Handlung befürworten oder ablehnten. Anders als bei sonstigen Wahrsagern oder Zukunftsdeutern gaben sie keine Handlungsaufforderung ab. Dennoch waren sie es, die bei vielen politischen Entscheidungen die Macht hatten, diese zu verhindern, weshalb sie zu den mächtigsten Männern Roms zu zählen sind.

 

Die Pontifices

Darüber hinaus gab es mehrere offizielle Stellen, zu deren Aufgaben es auch gehörte, den Rat der Götter einzuholen. Da wären zum einen die Pontifices, die man am ehesten als sakrale Beamte bezeichnen könnte. Sie überwachten die Einhaltung aller religiösen Vorschriften. Wichtig für uns ist in dem Zusammenhang vor allem, dass sie als Berater in religiösen Belangen fungierten und dazu zählten damals auch rechtliche Belange und das Gesetz betreffende Fragen.

 

Ein Pontifex hatte Einblick in die geheimnisvollen Wege der Götter und teilte dieses Wissen auf Anfrage unentgeltlich mit den Ratsuchenden.

 

Die Flamines

Zum selben Kollegium gehörten noch die Flamines. Ein Flamen war ein Priester im Dienste jeweils einer bestimmten Gottheit und konnten ebenfalls die Zukunft mit Hilfe verschiedener Methoden voraussagen. Fühlte man sich mit seiner Frage zu einem speziellen Gott hingezogen, dann wendete man sich gerne an den dafür zuständigen Flamen.

 

Die sibyllinischen Bücher

Zudem gab es da noch die sibyllinischen Bücher, eine Sammlung von griechischen Orakelsprüchen, die von einer Wahrsagerin (Sibylle) erstellt worden sein sollen. Diese wurden zur Zeit von Eagle Eyes – In den Schatten Roms vom Quindecimviri sacris faciundis, einem 15 Mann starken Priesterkollegium bestehend aus Patriziern und Plebejern, im Geheimen aufbewahrt und in Krisenzeiten auf Antrag des Senats mit Hilfe zweier griechischer Übersetzer konsultiert.

 

Hierbei muss aber erwähnt werden, dass das Kollegium lediglich das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentierte und nicht, wie die Befragung der Bücher vonstattengegangen war. Geschickte Adler haben hier einige Möglichkeiten, dies zu ihrem Vorteil zu nutzen, sofern sie Zugang zu dem Kollegium und/oder den zeremoniellen Riten erhalten.

Die Weissagungen sollten hierbei vor allem die richtigen religiösen Handlungen und Zeremonien wiedergeben, um größere Unglücke zu verhindern oder nach besonderen Ereignissen (wie einem Erbeben, einer Seuche oder bei der Sichtung eines Kometen) zu sühnen.

 

Die Haruspices

Außerhalb der römischen Priesterschaft gab es zudem noch die Haruspices, in der Regel Priester einer nicht-römischen Gottheit. Zwar konnte es vorkommen, dass ein Haruspex auch für den Senat tätig wurde, dann aber höchstens in beratender Funktion. Die Beziehung der Römer zu ihnen schwankte zudem über die Jahrhunderte hinweg teils sehr stark und konnte von bloßer Skepsis bis hin zu Verboten reichen. Zur Zeit von Eagle Eyes – In den Schatten Roms erlebten sie eine Hochzeit und hatten sich zu einem 60 Mann starken Kollegium zusammengeschlossen.

Sibyllen & Propheten

Zudem sind noch die Sibyllen und Propheten zu nennen, wobei eine Sibylle eine Prophetin war, die ihre Weissagungen meistens in einem ekstatischen Zustand kundtat. Eigentlich sind sie mehr im Orient und Griechenland zu finden, aber da sie sich sehr stark zu Erdgöttinnen zugehörig fühlen, kann man sie bei Bedarf mit einem römischen Mysterienkult, der sich der Magna Mater Kybele verschrieben hat, verbinden und sie damit nach Rom ziehen.

 

Grundsätzlich unterscheiden sich Sibyllen und Propheten von den bisher genannten, dass sie sich im direkten Auftrag einer Gottheit sehen. Priester hingegen dienen zwar einem Gott, erfragen aber nur bei Bedarf ihren oder seinen Ratschlag. Propheten eignen sich im Spiel sehr gut als feurige Redner inmitten einer Menge, wo sie Unruhe stiften könnten oder eine für die Adler ungünstige Stimmung erzeugen.

 

Verschiedene Wahrsage-Methoden

Neben der oben bereits erwähnten Methode, die sibyllinischen Bücher zu Rate zu ziehen, gab es noch einige weitere Methoden.

 

Der Vogelflug

Die Vogelschau wurde von den Auguren durchgeführt, wobei keine direkten Fragen beantwortet wurden. Stattdessen erfuhr man lediglich, ob die Götter mit dem Vorhaben einverstanden waren oder eben nicht.

 

Zu diesem Zweck wurde vom Auguren ein rechteckiger Bereich im Himmel festgelegt, in dem die Deutung erfolgen sollte. In Rom gab es zudem das auguraculum, einen festgelegten Platz auf dem Capitol, an denen diese Art der Deutung durchgeführt wurde.

 

Es konnten verschiedene Elemente zur Deutung herangezogen werden. Da war zum einen der Gesang von Singvögeln, aber eben auch der Flug. Hierbei war von Bedeutung, welche Art von Vogel zu welcher Tages- und Jahreszeit wo zu sehen war. Erschien zum Beispiel ein Rabe zur Linken, war das ein positives Zeichen. Es konnte aber auch das Fressverhalten von Hühnern gedeutet werden.

 

Die Leberschau

Eine etwas detaillierte Weissagung wurde mit Hilfe der Eingeweideschau erreicht. Zu diesem Zweck wurde ein Opfertier geschlachtet und die Eingeweide nach ihrem Aussehen und auf ihre Beschaffenheit geprüft. Allen voran war die Leber von besonderem Interesse, da sie wie das Herz als Sitz des Lebens galt.

Für die Leberschau wurde das Organ in mehrere Bereiche unterteilt. Zum einen stand die rechte Seite für die Person, die die Befragung angeordnet hatte und die linke galt den äußeren Verhältnissen. Außerdem waren weitere Bereiche der Leber unterschiedlichen Göttern und damit Lebensbereichen zugeordnet. Besondere Merkmale in diesen Bereichen wurden dann als Zeichen der Götter gedeutet, wobei Missbildungen und dergleichen als negative Omen und besonders gesunde Exemplare als positive Zeichen angesehen wurden.

 

Die Blitzlehre

Diese Form der Weissagung wurde von den Auguren durchgeführt, es wurden aber vom Senat nicht selten Haruspices als Berater herangezogen.
Blitze waren eindrucksvolle Naturphänomene, die den Göttern zugeschrieben wurden und an denen man ihren Willen ablesen konnte. Dabei beobachtete man, woher ein Blitz kam sowie seinen Verlauf und wo er ggf. einschlug und zu welcher Tageszeit er auftrat. Zudem unterschied man verschiedene Arten von Blitzen, die dann verschiedenen Göttern zugeordnet wurden. Orte, an denen ein Blitz eingeschlagen hatte, wurden als besonders heilig angesehen und mit besonderen Einfassungen (Puteale) versehen.

 

Es konnten auch andere Himmelserscheinungen wie Wolkenformen, Regen oder Lichterscheinungen wie Regenbögen von Bedeutung sein.

 

Würfel

Sehr beliebt bei den Römern war die Weissagung mit Würfeln. Hierzu wurden fünf Würfel verwendet, die aus quaderförmigen Sprunggelenkknöchelchen meistens von Schweinen, Ziegen oder Schafen gemacht waren und die vier unterschiedlich geformte Seiten zeigen konnten. Diese Seiten hatten unterschiedliche Zahlenwerte (1, 3, 4 & 6).

 

Um nun die Zukunft vorauszusagen gab es unterschiedliche Methoden. Entweder es wurde die Gesamtsumme des Wurfs gezählt und das Ergebnis stand dann für einen griechischen Buchstaben, der mit Hilfe des Buchstabenorakels interpretiert wurde. So stand die 30 für das Alpha, 28 Beta (29 war mit den Würfeln nicht möglich) etc. und im Orakel stand Alpha für: „Alles wirst du glücklich tun, das sagt der Gott.“

 

Eine weitere Methode war die Kombination der Würfelwerte, d. h., welcher Wert an welcher Stelle erwürfelt worden war. Diese Methode war sehr beliebt und die daraus resultierenden Ergebnisse und deren Deutungsmöglichkeit standen sogar als Steintafeln auf einigen Marktplätzen. Ein Beispiel hierfür wäre: 1,1,1,6,4 [Summe:] 13. Von Aphrodite fallen drei Einser, dann ein Sechser, als fünfter ein Vierer: Reise, wohin du willst! Froh wirst nämlich nach Hause du kommen, finden wirst du und tun, was du in deinem Herzen erwägst. Aber bete zu Aphrodite und dem Sohn der Maia [Hermes].

 

Träume

Eine weitere Methode bestand darin, sich die eigenen Träume von Traumdeutern entschlüsseln zu lassen. Man glaubte hierbei, dass die Götter einem vor allem im berauschten Zustand Einsichten schenken würden, weshalb es spezielle Heiligtümer gab, in denen man sich betrinken und in einer Kammer seinen Rausch ausschlafen konnte. Am nächsten Morgen deutete der ansässige Traumdeuter einem gegen einen kleinen Obolus dann die nächtlichen Visionen.

 

Das Orakel

Hierbei handelte es sich um eine Person, durch welche die Götter direkt zu den Menschen sprachen. Das geschah aber selten in direkter Weise. Stattdessen waren die Sinnsprüche oft kryptischer Natur. Meistens standen Berater zur Verfügung, die einem bei der Deutung der Worte halfen.

 

Noch weitere Methoden

Natürlich streifen wir damit nur die Spitze des Eisberges. Darüber hinaus gab es noch viele andere Möglichkeiten wie Lose, Bücherbefragungen usw., um den Willen der Götter zu erfragen und in den oben aufgeführten Punkten haben wir ebenfalls nur einen winzigen Teil dessen aufgezeigt, was damit zusammenhängt. Es soll aber auch nur darum gehen, ein Gefühl dafür zu vermitteln.

Aus diesem Grund wollen wir im nächsten Artikel dann auch etwas praktischer werden. Wir schauen uns nämlich an, wie wir die bisher angehäuften Informationen auf die eine oder andere Weise ins Spiel einbauen könnten.

Der Beitrag Eagle Eyes #17: Ein Überblick über Orakel und Weissagungen erschien zuerst auf FateRpg.de.