Archiv

Artikel Tagged ‘rpg’

Neue Abenteuer » rpg: Technocracy: Progenitors

29. Januar 2015

Nachdem wir an dieser Stelle vor Kurzem über die erste Edition von Mage: the Ascension gesprochen haben hat Caninus mich dazu überredet euch über vom Rest der Mage-Reihe zu erzählen. Ich besitze nicht die ganze Reihe, deswegen werden wir immer mal wieder Bücher überspringen – keine Worte also zum ersten Spielleiterschirm – aber ich hoffe, […]

Neue Abenteuer » rpg: Unheil im Schwarzen Keiler

27. Januar 2015

Wer kennt sie nicht, die berühmte Taverne “Zum Schwarzen Keiler” in dem die Abenteurer in noch jungen DSA Jahren einen aufregenden Dungeon erleben und jede Menge Monster schlachten konnten. Dieses Abenteuer ist nun eine Erinnerung an jene Zeiten, da nun “30 Jahre DSA” ansteht. Aufgemacht ist das neue Abenteuer wie das ursprüngliche: Mit einem entsprechend […]

» RPG: “Shadowrun – Novapuls – 1/2077 – Rest vom Fest”

26. Januar 2015

Der novapuls ist ein E-Newsfax, das kontinuierlich monatlich von Pegasus Spiele für Shadowrun herausgebracht wird. Mit Hilfe der deutschen Autoren und Redaktion werden über dieses Medium Metaplots, politische Vorgänge in der ADL, internationale Ereignisse und ähnliches noch stärker zum Leser … Weiterlesen

Neue Abenteuer » rpg: Das Leben eines Gezeichneten – Teil 92

26. Januar 2015

2 Praios – 4 Praios Die nächsten Tage verliefen für mich relativ ereignislos. Am dritten Praios kehrten die anderen von ihrer Rettungsmission mit dem Ei zurück und ab da wurde sofort wieder das geschäftige Treiben aufgenommen, dass zum Großteil geruht hatte, während das Ei in ungewissen Händen lag. Am nächsten Morgen brachen wir dann wieder […]

Roachware » Rollenspiel: Finanzexperten

25. Januar 2015

Die wöchentliche Crowdfunding-Übersicht Wieder einmal ist die Zeit gekommen für eine neue Übersicht des Crowdfunding-Bereiches im Spielesektor. Langsam aber sicher wächst die Übersicht wieder auf das übliche Ausmaß – nur der Tabeletopbereich ist noch ein wenig schwach auf der Brust. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet in diesem Bereich ein ‘Schnellläufer’ existiert, das ist ein Projekt, das

Neue Abenteuer » rpg: M steht für Magie

25. Januar 2015

Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic. – Clarke’s third law “Can a magician kill a man by magic?” Lord Wellington asked Strange. Strange frowned. He seemed to dislike the question. “I suppose a magician might,” he admitted, “but a gentleman never could.”​ ​-Susanne Clarke, Jonathan Strange & Mr. Norrell​ Wer dieses Blog eine […]

Roachware » Rollenspiel: Fallenspurt

24. Januar 2015

Grimmzahn Komplett-Kickstarter im Endspurt Vor ein paar Wochen habe ich ihn bereits in den Finanzexperten genannt, aber ich wollte ihn hier noch ienmal getrennt nennen, weil es eben so ein bahnbrechendes Produkt war – das erste generische Rollenspielprodukt, das nicht für ein bestimmtes Rollenspielsystem geschrieben war, sondern für alle Systeme Gültigkeit haben sollte. Heutzutage nennt

Neue Abenteuer » rpg: Fünf RPG-Blogs die Teddy regelmäßig liest

23. Januar 2015

Wer bloggt, der liest auch Blogs. Irgendwo ist das ja logisch, denke ich mal. Dementsprechend schaue ich ja auch, wie viele andere auch, täglich bei RSP Blogs und RPG Bloggers rein, um zu sehen, was denn meine Mitschreiberlinge da draußen jetzt wieder von sich gegeben haben. Und es ist ja auch nicht so als hätten […]

Neue Abenteuer » rpg: The Book of Chantries

22. Januar 2015

Nachdem wir an dieser Stelle vor Kurzem über die erste Edition von Mage: the Ascension gesprochen haben, hat Caninus mich dazu überredet euch über vom Rest der Mage-Reihe zu erzählen. Ich besitze nicht die ganze Reihe, deswegen werden wir immer mal wieder Bücher überspringen – keine Worte also zum ersten Spielleiterschirm – aber ich hoffe, […]

Neue Abenteuer » rpg: Die Rose der Unsterblichkeit – Schwarze Segel

21. Januar 2015

Nachdem die Stolz des Raben in einem schweren Sturm von den anderen Schiffen der Al’Anfanischen Flotte zur Eroberung Uthurias getrennt wurde, ist die Mannschaft auf sich allein gestellt. Mit ihrem neuen und nicht gerade erfahrenen Kapitän Karas Kugres, der eigentlich gar nicht nach Uthuria möchte, aber als Familienvertreter der Kugres dort hin geschickt wird (und […]

Neue Abenteuer » rpg: Handbuch: Legendäre Helden

20. Januar 2015

Kaum haben wir die Ausbauregen V: Legenden besprochen, schon geht es weiter mit noch mehr legendärem Material – dem Handbuch: Legendäre Helden. Dieses schmale Heft verspricht mehr Optionen für Spieler, welche die Ausbauregeln in der Pathfinder-Eigenen Welt Golarion einsetzen wollen. Sinnvolles Zusatzprodukt, oder doch nur Material welches eigentlich auch in den dicken Hardcoverband hätte rein […]

Neue Abenteuer » rpg: Das Leben eines Gezeichneten – Teil 91

19. Januar 2015

27 Rahja Wir brachen nach einem kleine Frühstück, das wir in unserer Kammer zu uns nahmen, auf um das Kloster wieder zu verlassen. Das Mädchen hatte gestern Abend noch zwei weitere Angreifer entkommen sehen, natürlich in die von uns geplante Richtung. Wir namen also unsere Pferde und ritten weiter den steinigen Pfad hinauf. Gegen Abend […]

Roachware » Rollenspiel: Finanzexperten

18. Januar 2015

Die wöchentliche Crowdfunding-Übersicht Wieder einmal ist die Zeit gekommen für eine neue Übersicht des Crowdfunding-Bereiches im Spielesektor. Die Projekte kommen lanmgsam wieder in Schwung, wenn auch einige Kategorien noch lange nicht auf dem Niveau sind, das sie vor der Weihnachtszeit hatten. Diese Woche habe ich eine weitere Crowdfunding-Plattform gefunden, die bereits seit einiger Zeit aktiv

Neue Abenteuer » rpg: L steht für Loser

18. Januar 2015

Okay.. das hier wird ein Rant.. nur als Vorwarnung an jene zarten Seelen unter euch, die dann innerlich ganz zerstört sind, wenn sie zu ende gelesen haben.. Loser. Gibt es ja durchaus nicht wenige, aber ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass sich gerade in unserem Hobby eine ganz besonders hohe Zahl davon herum […]

Neue Abenteuer » rpg: Der Antiheld im Rollenspiel

17. Januar 2015

Bedenkt man die literarischen Inspirationen für Dungeons & Dragons erscheint es eigentlich nicht weiter verwunderlich das der Charaktertyp des Antihelden von Anfang an einen Platz als normaler Spielercharakter fand. Wir verstehen den Antihelden als einen Charakter, welcher zwar ein Protagonist ist, aber nicht unbedingt altruistisch – eher im Gegenteil, er ist oft auf sich selbst […]

Neue Abenteuer » rpg: 5 Dinge, die einem Spieler erklären, dass er für den Plot überflüssig ist

16. Januar 2015

Nach dem just erschienenen DSA Abenteuer, kam mir der Gedanke doch einfach mal diese Dinge auf zu schreiben. Natürlich irgendwo in der Hoffnung, dass zukünftige Autoren sie beherzigen werden und ich nicht mehr so etwas lesen muss… Worum geht es? Ich bin nachweislich ein Freund von Plot. Ich liebe Plot sogar. Denn irgendjemand (Spielleiter oder […]

Neue Abenteuer » rpg: Ausbauregeln V: Legenden

15. Januar 2015

Eine Frage, welche über die Jahre immer wieder an Paizo herangetragen wurde, war jene, ob es irgendwann für Pathfinder ein Gegenstück zum Epic Level Handbook geben würde, ein Regelbuch also, welches den Spielern erlauben würde die gläserne Decke der zwanzigsten Stufe zu durchbrechen und darüber hinaus zu wachsen, vielleicht sogar – wie es damals in […]

Roachware » Rollenspiel: Ägyptischer Pulp

14. Januar 2015

Nefertiti Overdrive – auf Kickstarter Am heutigen Tag startet ein Rollenspiel-Projekt zum zweiten Mal, das im ersten Anlauf sein Finanzierungsziel nicht erreichen konnte. Die neue Auflage des Projekts sieht ein vermindertes Finanzierungsziel, und kann sich auf ein paar Vorteilhafte Umstände stützen. So gibt es bereits ein paar Illustrationen zu bewundern, und auch ein Quickstart-Heft ist

Neue Abenteuer » rpg: Töchter der Rache

13. Januar 2015

Ein neues Amazonenabenteuer! Das hatten wir tatsächlich schon länger nicht mehr, auch wenn es sich leider nur um ein Kurzabenteuer von nicht mal 50 Seiten handelt.. aber gut. Gedacht ist das ganze für erfahrene Helden und wartet mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad sowohl für den Spielleiter als auch die Spieler auf. Gefordert werden Talenteinsatz, Kampffertigkeiten, Liturgisches […]

1w6: Sexualität, Macht, Verantwortung

12. Januar 2015

Melem alias Sternendieb hat einen Kommentar zum Artikel Sexualität im Rollenspiel geschrieben – und erlaubt, ihn hier vollständig wiederzugeben.

Er mahlt ein etwas schwereres Bild der Erlebnisse und zieht andere Schlussfolgerungen – aber lest selbst.

Sexualität im Rollenspiel – Ein Kommentar

In einer Pen & Paper Rollenspielrunde vor etwa zwei Jahren musste u.a. mein
männlicher Charakter Neminis eine geschlossene Gesellschaft bestehend aus
einflussreichen männlichen Oligarchen infiltrieren, die ihr Geschäft u.a. mit
Sklavenhandel betrieben. Hierfür gab sich Neminis selbst als ein Menschenhändler
aus, der Weisenkinder aus Krisengebieten aufspürt, sie als Meuchelmörder
ausbildet und ihre Dienste, aber auch die ausgebildeten „Produkte“ zum Verkauf
stellt. Anders ausgedrückt musste mein Charakter selbst einen profitbesessenen
Menschen spielen, der auf die Grundrechte eines empfindungsfähigen Wesens mit
Füßen tritt.

So kam es, dass Neminis das Angebot eines Sklavenhändlers, der
Frauen kauft und ihnen absoluten Gehorsam eintrichtert, ihm für die Nacht eine
Liebessklavin zur Verfügung zu stellen, nicht ablehnen konnte. Im Quartier
angekommen, war es sehr schwierig, einem tatsächlichen sexuellen Akt
auszuweichen, ohne die eigene Tarnung aufzudecken. Seit dieser Runde begleitet
die Liebessklavin Kerani Neminis, da sie sich als Besitz von Neminis sieht.
Neben dem Versuch Kerani von ihrer Freiheit zu überzeugen und sie abzuschütteln,
begleitet sie nun seit jeher Neminis, während dieser versucht ihr ihre
Unabhängigkeit begreiflich zu machen. Zwei Jahre später schlitterte Neminis
wieder in eine –diesmal eher ausweglose– Situation. Betrunken torkelte er zu
seinem Quartier, wurde von Kerani in Empfang genommen und– wachte am nächsten
Morgen entspannt, frisch geduscht und ohne jegliche Erinnerung an den vorherigen
Abend auf.

Zwar wurde die entsprechende Szene nicht beschrieben, jedoch wurde über den
Verlauf des Abends mittels eines Würfelwurfs entschieden, welcher so schlecht
verlief, dass jedem Spieler am Tisch klar sein musste, was ingame passiert war.

Als Spielerin saß ich da, dachte an all die Versuche, Kerani verständlich zu
machen, dass sie mehr als nur ein Besitz, mehr als eine Sex-/Liebessklavin sein
kann, an die vielen Versuche, einen Charakter zu spielen ohne die eigenen
Moralvorstellungen und eigenen Prinzipien allzu sehr miteinfließen zu lassen und
dass ich es in vielen Momenten nicht geschafft hatte, Neminis Persönlichkeit und
meine eigenen Moralvorstellungen voneinander zu trennen.

»Denn anders als Gewalt ist Sexualität tief im eigenen Selbstbild
verankert, und sie zu behandeln verwischt die Grenzen zwischen Spielenden und
Charakteren -«

Ich stimme Arnes Argumentation zu, dass wir wenige Vorbilder zur „Sexualität als
etwas normales“ haben, jedoch muss ich gestehen, dass die Intensität und das
Erreichen emotionaler Grenzen in diesen Rollenspielrunden andere, wenn auch
weiterhin mit Sexualität verbundene Gründe hatte.

Eine Liebessklavin, die sich als Besitz des Charakters sieht-

Eine Liebessklavin, über die der Charakter Macht besitzt-

Eine Liebessklavin, über deren körperlichen und geistigen Zustand und deren
Schicksal der Charakter die Gewalt hat-

Der Grund für die erlebte Spielintensität lag u.a. darin, dass die im Spiel
beschriebene Sexualität um die Attribute Gewalt und Macht erweitert wurde.

Dabei müssen nicht zwangsläufig am eigenen Leib widerfahrene sexuelle
Gewalterfahrungen notwendig sein, um das Konzept Macht <-> Sexualität <-> Gewalt
in dieser Intensität zu erleben.

Meine Interpretation folgt der Argumentation, dass Sexualität, Gewalt und Macht
auch im Alltagsleben, d.h. auch im Umgang mit dem eigenen Sex-/Lebenspartner
ohne bewusste/gewollte Gewaltintention Hand in Hand gehen können. Dies ist zwar
eine für viele verstörende, vielleicht jedoch durchaus berichtigte
Interpretation von sexuellen Handlungen. Eine solche Situation kann
folgendermaßen aussehen:

Zwei sich gegenseitig attraktiv findende Personen befinden sich in einer
romantisch-erotischen Situation und es kommt im Verlauf des Geschehens zu einer
sexuellen Handlung. Die zugrunde liegende Motivation kann darin bestehen, dem
jeweils anderen Lust/Vergnügen/Befriedigung bereiten und/oder die eigenen
Bedürfnisse erfüllen zu wollen. Dies impliziert, dass die Emotionen und
Handlungen des anderen zu Gunsten des eigenen Antriebs, egal wie selbstlos
dieser erscheinen mag, beeinflussen zu müssen. Dies kann durch sich gegenseitig

»anheizen«

wollen passieren: die Personen verhalten sich entsprechend und agieren nach
einem Muster, um die gewünschte Reaktion bei dem anderen auszulösen. Und in
dieser Verhaltensweise zeigt sich das Machtspiel. Um die gewünschte Reaktion zu
erzielen und das zugrunde liegende Bedürfnis zu erfüllen, wird gewollt/ungewollt
bzw. bewusst/unbewusst versucht, Macht über die andere Person auszuüben.

So gesehen, war Sex schon immer mehr als reine Leidenschaft- Sex ist Macht.
Macht, die ein Einzelner auf andere ausübt oder von höheren Instanzen wie
Staaten instrumentalisiert wird (siehe Ein-Kind-Politik in China, Regulierung
der Prostitution, Verbote und Strafen bei sexuellen Praktiken wie
Exhibitionismus oder Wahl des Sexpartners im Falle von Homosexualität). So rückt
das Thema Sexualität in den Fokus der Öffentlichkeit, wodurch sich infolgedessen
gesellschaftliche Normen und moralische Regeln zum Thema menschlicher Sexualität
entwickeln. Im Verlauf unserer sexuellen Entwicklung formen diese von der
Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft geprägten/vorgepredigten Bilder
unser Verhaltensmuster und formen unsere Vorstellung von einer sexuellen
„Normalität“
(wobei es diese eigentlich nicht geben kann: denn wie kann eine
normale Sexualität existieren, wo sie doch von Individuum zu Individuum, von
Kultur zur Kultur und abhängig vom Wandel der Zeit anders gesehen und
praktiziert wird?).

Es zeigt sich, dass Sexualität weder privat noch frei und dass Sex ein
Machtspiel ist.

Es ist jedoch eine Sache, dieses Konzept theoretisch zu thematisieren, eine
andere aber, einzugestehen dass die tatsächlich erlebte Sexualität mehr ist als
unsere Vorstellung von Sex als Vergnügung.

Das Einbringen der Liebessklavin Kerani in die Rollenspielrunde konfrontiert uns
mit diesen Gedanken, da sie durch ihre Konditionierung zu Gehorsam und ihrem
„Beruf“ als Liebessklavin der Inbegriff der unfreien Sexualität und die
Personifizierung der „negativen“ Seiten der Sexualität
ist. Die Präsenz von
Kerani bereitet uns Unbehagen, denn sie ist das Spiegelbild unserer Ängste in
Bezug zur Sexualität
. Sie erinnert uns daran, dass Sexualität ein Machtspiel
ist, dass ein Einzelner (in diesem Falle mein Charakter Neminis bzw. ich), die
Gesellschaft (die Spieler in der Rollenspielgruppe, wenn sie Vorschläge zum
Umgang mit Kerani einbringen) aber auch höhere Instanzen (Organisationen wie die
Herrenrunde) Macht über die Sexualität eines Individuums haben und sein
Sexualverständnis maßgeblich beeinflussen und definieren.

Kerani erinnert uns aber auch an die „negativen“ Aspekte der Sexualität: Sie
zeigt uns, dass Sex nicht immer mit (eigenem) Vergnügen zusammen hängt. Hier
kommen persönliche Ängste und eigene Erfahrungen ins Spiel: Wie oft fragen wir
uns, ob auch der Sexpartner Spaß am sexuellen Akt hat? Vielleicht erinnern wir
uns auch an die Male, wo der Akt uns selber keinen Spaß bereitet hat bzw. daran,
dass der sexuelle Akt einem sogar Schmerzen bereitet und man trotzdem
weitergemacht hat? Und auch hier erinnert uns Kerani an unsere Ängste, nämlich
dass das sexuelle Vergnügen nur gespielt/vorgetäuscht sein kann, denn als
Liebessklavin muss Kerani zu jeder Zeit unabhängig von ihrem eigenen
Lustempfinden in der Lage sein, ihre „Kunden“ zufrieden zu stellen, d.h.
mitunter eigene Lust vortäuschen.

In einer Rollenspielrunde Sexualität zu thematisieren kann bedeuten, dass man
sich auf ein vielleicht bis dahin für Spieler und Spielleiter unerforschtes
Territorium wagt, auf dem nicht nur die von der Gesellschaft vorgepredigten
sexuellen Vorbilder anzutreffen sind, sondern auch Tretminen, die einem
offenbaren können, dass Sexualität mit Macht, Gewalt, Unterdrückung und
Unwahrheiten verflochten ist.

Ich denke, dass der Grund, weshalb es uns in einer Rollenspielrunde schwer
fällt, mit solchen Situationen, in denen Sexualität thematisiert wird,
umzugehen, darin liegt, dass wir vordergründig wenig Stoff bzw. Vorbilder
bezüglich der oben genannten „harten“ Probleme besitzen und mit diesen Problemen
meist (für lange Zeit) allein gelassen
werden. Die Begegnung mit einer solch
ungeschminkten Form der Sexualität kann einem Trauma gleich kommen, denn der
Spieler muss sich bewusst/unbewusst entscheiden, ob er diese Wechselwirkung von
Macht <-> Sexualität <-> Gewalt sich selbst gegenüber eingestehen möchte und
sich damit von dem romantisch-erotischen Bild der eigenen sexuellen Beziehung
verabschieden will, was vorhandene oder künftige sexuelle Beziehungen
verkomplizieren und schwerer ertragbar machen kann. Oder die Begegnung kommt
einer schmerzenden Wunde gleich, weil sie womöglich eigene Erfahrungen und
Ängste wieder real werden lässt- und dass vor anderen Spielern, wo die meisten
von uns doch nicht gelernt haben, über solche Probleme offen zu reden.

Das hat zur Folge, dass wir -konfrontiert mit diesen Themen- mit Unwohlsein und
mit Überspielen der Situation reagieren. Zudem kann unsere Reaktion auf solche
Themen in einer Rollenspielrunde ziemlich viel über unser Verhalten, unsere
Wünsche, Ängste und Probleme in Bezug zum Thema Sexualität verraten
. Zumindest
habe ich in unseren Rollenspielrunden das Gefühl gehabt, einiges über die
Spieler und dem Spielleiter in Erfahrung gebracht zu haben, ohne dass es ihnen
zunächst bewusst war oder sie es gar beabsichtigt hatten. Ich glaube, auch ich
habe einiges unbeabsichtigt Preis gegeben. Und dies wirft die Frage auf, ob und
was wir über unseren Umgang mit Sexualität anderen gegenüber verraten möchten
.

Zum Abschluss möchte ich anmerken, dass die Reaktionen der Spieler natürlich
auch von anderen Faktoren beeinflusst werden. In einer Diskussion mit Knox
http://www.xonk.de/ wurde z.B. der Einfluss von sozialer Verantwortung auf
die Reaktionen der Spieler in Bezug zur Sexualität angesprochen. In Arnes
Kommentar wird davon gesprochen, dass bei der Ausübung von Gewalt, deren
Auswirkungen über das Schicksal der spielenden Charaktere hinausreicht, eine
Sondersituation eintritt:

»Wieder anders ist das bei der „wir kämpfen um soziale Macht
auszuüben“-Gewalt. Die ist meiner Erfahrung nach im Vergleich zum Kämpfen um
zu töten wieder ein schwieriges Thema.«

Wir erleben, dass Spieler auf Handlungen vorsichtiger reagieren, durch die sich
Konsequenzen auf andere unbeteiligte Personen wie z.B. ganze Gesellschaften
ergeben . In dem Beispiel aus diesem Zitat geht mit Macht soziale Verantwortung
einher. Wenn Charaktere bzw. Spieler über das Schicksal weiterer Personen, die
nicht in ihr Verantwortungsgebiet fallen, entscheiden müssen, können sich wieder
eigene Moralvorstellungen und eigene Prinzipien dazwischen schalten und unsere
Entscheidungen ingame beeinflussen. In diesem Kontext wäre unser Unbehagen
bezüglich des Themas Sexualität bzw. der Person Kerani so zu erklären, dass
durch Keranis fehlenden eigenen Willen und ihre vollständige Unterwerfung unter
den Willen des Spielers, ein Spieler in die Rolle des Machthabers gedrängt wird
und die Zustimmung zu einer sexuellen Handlung mit Kerani einem potentiellen
Macht- bzw. Verantwortungsmissbrauch gleichkommt.

Dadurch hätte das Unbehagen, welches bei in Rollenspielen beschriebenen
sexuellen Situationen auftritt, die gleichen Ursachen wie das Unbehagen, welches
verspürt wird, wenn ingame das Gefühl von sozialer Verantwortung übernehmen zu
müssen auf andere Weise getriggert wird wie z.B. bei der im obigen Zitat
erwähnten

»„wir kämpfen um soziale Macht auszuüben“-Gewalt.«

Wir sehen, dass das Unbehagen bei Konfrontationen mit dem Thema Sexualität in
Rollenspielen (aber evtl. auch in der Realität) vielschichtige Gründe haben
kann. Hier spielen persönliche Erfahrungen eine wichtige Rolle. Da ich
persönlich seit der Oberstufe viel zum Thema Emanzipation, Feminismus und
Sexualität gelesen habe, sehe ich das Unbehagen beim Thema menschlicher
Sexualität vordergründig in der Wechselwirkung zwischen Macht <-> Sexualität <-> Gewalt.


Zusätzlich zu ihrem Text hat Mariam ihre Kernaussagen auf Twitter zusammengefasst und dabei so prägnant geschrieben, dass diese Textschnipsel eine fast ideale Zusammenfassung bilden.

Willst du einen kleinen Vorgeschmack auf dem Kommentar zu deinem Text? ¹

Der Grund für die Intensität lag ua darin dass die im Spiel beschriebene Sexualität um die Attribute Gewalt & Macht erweitert wurde ²

Es zeigt sich, dass Sexualität weder privat noch frei und dass Sex ein Machtspiel ist.³

Es ist jedoch eine Sache, dieses Konzept theoretisch zu thematisieren
eine andere aber, einzugestehen dass die tatsächlich erlebte Sexualität mehr ist als unsere Vorstellung von Sex als Vergnügung

Das Einbringen von der Liebessklavin Kerani in die Rollenspielrunde konfrontiert uns mit diesen Gedanken,
da sie durch ihre Konditionierung zur Gehorsam und ihrem „Beruf“ als Liebessklavin der Inbegriff
der unfreien Sexualität und die Personifizierung der „negativen“ Seiten der Sexualität ist.
Ich denke, der Grund, weshalb es uns in einer Rollenspielrunde schwer fällt, mit solchen Situationen,
in denen Sexualität thematisiert wird, umzugehen, darin liegt, dass wir vordergründig wenig Stoff bzw.
Vorbilder über die oben genannten harten Problemen besitzen &mit diesen Problemen meist (für lange Zeit) allein gelassen werden

Zudem kann unsere Reaktion auf solchen Themen in einer Rollenspielrunde ziemlich viel über unser Verhalten, 1/2
unsere Wünsche, Ängste und Probleme in Bezug zum Thema Sexualität verraten. 2/2

Und zum Schluss: Und dies wirf die Frage auf, ob und was wir über unseren Umgang mit Sexualität anderen gegenüber verraten möchten.

Anhang Größe
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