Ein Gastbeitrag von Liam Kerrington.
Vielen Dank, Argamae, für die Gelegenheit, auf Deinem Blog ein paar Gedanken zu einem besonderen Rollenspielthema zu besprechen. Dieser Artikel ist als erster und einleitender Beitrag in einer Serie gedacht, in welchem ich mich der Idee widme, eine Polizei-Ermittlung oder sogar eine Polizei-Kampagne als Gegenstand im Rollenspiel zu machen. Ausgangspunkt ist dabei, dass die Spieler als Polizeibeamte oder -kräfte den Kampf gegen Kriminelle aufnehmen.

Wer Spiele wie ‚Private Eye‘ oder ‚Call of Cthulhu‘ kennt oder gespielt hat, der weiß, wie nah ‚typische‘ Krimi- und Detektivgeschichten oder -arbeit am Rollenspiel dran sind. Und – etwas abstrakt, gleichwohl zutreffend – das gilt auch für so ziemlich jedes andere Rollenspielabenteuer, wenn die SpielerInnen mit ihren Charakteren Hinweise sammeln und bewerten, Nichtspielerfiguren befragen, ihre Schlüsse daraus ziehen und am Ende „den Bösewicht“, „Gegner“ oder was auch immer finden oder entlarven und nicht selten sogar stellen, was auch schon mal in den berühmten „Endkampf“ münden kann. Daher liegt es nicht ganz fern, zumindest zu überlegen, die rollenspielerischen Herausforderungen auszudehnen und in den besonderen Freiräumen und Rechten der Polizei einerseits sowie andererseits ihren Pflichten und Grenzen zu suchen und zu erspielen.

Letztes Jahr sah ich mir die ersten drei Staffeln der amerikanischen Serie „The Wire“ an; das war gewissermaßen die ‚Inception‘, da ich seither den Gedanken über Polizei-Rollenspielerei in meinem Kopf hin und her rolle. Mit Hilfe des Tanelorn-Forums sowie den Ratschlägen aus meinem Freundeskreis habe ich eine kleine Liste lesenswerter Rollenspiel-Quellenbücher zusammengetragen, die vermutlich geeignete Kandidaten für ein entsprechendes Spiel bzw. Vorbereitungen für ein solches sind, ohne sich umfangreich mit Gesetzen, Verordnungen und „echter“ Polizeiarbeit auseinandersetzen zu müssen. Und das sind die Perlen:
Die Titel habe ich zum Teil kommentiert; den Verlauf der Empfehlungsdiskussion könnt Ihr hier nachlesen.
Nahezu abschließend für diesen Artikel und damit vorbereitend für die nachfolgende Beitragsserie empfehle ich, dass Ihr Euch ein bestimmtes YouTube Video von „The Gentleman Gamer“ aus England anseht. Er hatte vor wenigen Jahren eine … beeindruckende … Rollenspielerfahrung mit einem Polizeirollenspiel gesammelt. Bevor ich irgendetwas spoilere, seht es Euch an – ab Minute 1:22:
To cut things short: Allein mit Blick auf das Polizei-Thema fallen mir auf Anhieb neun unterschiedliche Probleme auf, die „The Gentleman Gamer“ in diesem Video umschrieben hat. Daneben gibt es noch diverse weitere Dinge, die Spielleiter vielleicht berücksichtigen sollten; über die werde ich – vermutlich – wohl keine Worte verlieren … In den folgenden Beiträgen geht es also unter anderem neben den angesprochenen „Neun Problemen“ um folgende Themen: Detailtiefe und Plausibilität des Polizeirollenspiels, Rollen des Spielleiters, Schwerpunkte und besondere Herausforderungen des „Ermittlungsspiels“ für die Spielgruppe uvm. Bis dahin!
Liam